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15.5 Corioliskraft

Eine weitere Scheinkraft

Zwei Personen stehen auf einer drehenden Scheibe. Eine Person (roter Punkt) wirft der gegenüberliegenden Person (blau) einen Ball zu (siehe Animation).
Dieser Ball wird aber sein Ziel verfehlen, weil sich die blaue Person inzwischen weitergedreht hat. Diejenigen, die sich auch auf dieser Scheibe befinden, merken nicht, dass sie sich dreht. Sie drehen sich ja mit. Aber für sie sieht es so aus, als würde eine unsichtbare Kraft den Ball entgegen der Drehrichtung ablenken.

Dieses Ablenken ist aber nur für Personen auf dieser Scheibe real. Für jemand außenstehendes verfolgt der Ball eine gerade Linie, ohne seitlich abgelenkt zu werden (siehe Animation). Daher ist die Corioliskraft eine Scheinkraft.

Ein Extremfall

Wenn der rote Werfer des Balles sich auf seiner Scheibe so schnell dreht, dass er für eine halbe Umdrehung genau so lange braucht, wie der Ball, wenn der die Scheibe überquert, dann kann er seinen eigenen Ball wieder fangen.

Werfen auf einer Seite der Drehahse


Die Corioliskraft lässt sich auch berechnen:

Wenn die Drehachse des rotierenden Systems (oben die Drehscheibe) senkrecht zur Geschwindigkeit des sich bewegenden Gegenstandes ist (oben der Ball) dann gilt

Wenn nicht senkrecht zur Drehachse steht, dann braucht man etwas Vektorrechnung. Dann gilt folgende Formel mit dem sogenannten Vektorprodukt:

Die Erde ist so etwas, wie eine drehende Scheibe

Natürlich ist die Erde keine Scheibe ... . Aber da sich die Erde dreht, wirkt auf alles, was sich auf ihr entlang bewegt, auch die Corioliskraft. Allerdings ist dies eine sehr schwache Kraft, die nur auf sehr großen Entfernungen seine Wirkung entfaltet. So werden Luft- und Meeresströmungen von der Corioliskraft angetrieben.
Dass allerdings das Wasser in einer bestimtmen Richtung einen Abfluss durchläuft oder dass Eisenbahnschienen wegen der Corioliskraft einseitig abgenutzt sind, das ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält.



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